Abtrennung von der Mutterkirche Lipprichhausen: 20. August 1327 Aktuelle Termine finden wir hier:Auszug aus: Klost, Joft: Inventar des Urkundenarchivs der Fürsten von Hatzfeldt-Wildenburg zu Schönstein/Sieg Band 1 “Wolfram, Bischof zu Würzburg, dem u. a. die Mehrung des Kultes obliegt, wünscht, daß der Filialkirche oder Kapelle inWaldmannshofen (Waltmanshoven), die innerhalb der Pfarrei Lipprichhausen (Lupergehusen), Würzburger Diözese, gelegen ist unddie seit alters hierzu gehört, und den Leuten der villa Waldmannshofen, wo er einen nicht unbeträchtlichen Zuwachs der Bevölkerungfeststellt, seine Fürsorge entsprechend vollständiger zuteil werde. Mit Zustimmung von Siegfried, Abt zu St. Burkhard OSB vor denMauern von Würzburg, Wolfram Schenk von Rossberg als zuständigem Archidiakon und Konrad von Rothenburg als Pfarrer zuLipprichhausen richtet er in genannter Kirche zu Waldmannshofen eine ständige Kaplanei mit den im folgenden aufgeführtenEinkünften ein. Er vollzieht dies mit Zustimmung der Genannten kraft bischöflicher Gewalt, indem er die Kapelle zu Waldmannshofenvon ihrer bisherigen Mutterkirche vollständig abtrennt. Er verfügt, daß die derart von ihrer Mutterkirche nach kanonischem Recht abgetrennte Kapelle mit Seelsorge und Begräbnisrechtkünftig für sich und als ecclesiasticum beneficium bestehe. Alle Güter, mit denen die Kapelle gegenwärtig ausgestattet wird oder diesie bisher erhielt, befreit er von allen Beschränkungen und Lasten durch weltliche Gewalt. Um den Unterhalt des dortigen Kaplans vollständig zu sichern, hat der jeweilige Pfarrer zu Lipprichhausen die auf der Kapelleruhenden Lasten zugunsten der Kathedralsteuer sowie die Kollekten zugunsten des Erzbischofs oder seines Nachfolger oder deszuständigen Archidiakons zu leisten, sodaß der Kaplan zu Waldmannshofen hiervon frei bleibt. Ist ein Kaplan für die Kapelle zupräsentieren, so hat der jeweilige Pfarrer zu Lipprichhausen eine geeignete Person dem zuständigen Archidiakon zu präsentieren, vondem der Kaplan mit der Seelsorge beauftragt und dem er zum Gehorsam verpflichtet wird. Da nach Natur- und geschriebenem Recht den Kirchenstiftern entsprechende Ehre zu erweisen ist, fügt er hinzu, daß der Pfarrer zuLipprichhausen für die Kapelle zu Waldmannshofen im Falle der Vakanz eine ihm durch Gottfried von Brauneck als Stifter der Kapelleoder dessen Erben benannte Person, sofern diese geeignet Ist, dem zuständigen Archidiakon zu präsentieren hat. Der Archidiakon hatdiese dann in genannter Weise einzusetzen. Die Kapelle ist mit folgenden Gütern ausgestattet: In der Mark der villa Waldmannshofen geben Hermann gen. GundeIach und seine im folgenden genannten Nachbarn 14 Ml. Weizenund 6 Ml. Hafer Ewigreute, der sogen. Nunbrunner 2 1/2 Ml. Weizen von seinem Eigen, EIisabeth gen. Hefenlerin den anderen halbenMl. Weizen von ihrem Besitztum. Heinrich Gundelach 1 Ml. Weizen von den Gütern, die er besitzt, Gottfried von Brauneck 1 Ml.Weizen, die Witwe des Konrad gen. Winther 2 Tonnen Weizen von einer Wiese, Siegfried gen. Gollach von einem Garten 60 den.,Heinrich gen. Welbehusen und Hermann gen. Hefenlerin 40 den. von einem Lehen zu Sechselbach, die Witwe des Konrad gen.Winther von einem vor dem Hagen genannten Acker 52 den., Hermann Gundelach von einem hinter dem Hagen gelegenen Acker 52den., Elisabeth gen. Hefenlerin von einem Acker, der am Berge versus augeam gelegen ist, 52 den., Konrad gen. Meyer von einemAcker, der am Berge gegen den Sleyfweck genannten Weg gelegen ist, 45 den., genannter Gundelach von einer Wiese in der Nähedes Ortes 40 den., Hartmann gen. Bernger von einem haus und Garten 15 den., genannter Gundelach von dem von ihm bewohntenHaus 4 den. - Siegler: der Aussteller, Siegfried. Abt zu St. Burkhard vor Würzburg, als Patronatsherr (patronus) genannter Kirche, wolfram Schenkvon Rossberg, Würzburgischer Archidiakon, Friedrich von Schrozberg, Würzburger Archidiakon, auf Bitten Konrad te Rotenburch alsRektor genannter Pfarrkirche, der kein Siegel hat. Ausfertigung Pergament, lateinisch, Siegel 1 und 2 beschädigt, 3 ab.24. August 1334: Gottfried von Hohenlohe gen. Brauneck beglaubigt auf Grund des Originals die Abschrift der Urkunden von 20. August 1327.- Siegler: der Aussteller Ausfertigung Pergament, Siegel beschädigt” ab 2009 Lindner, Benjamin1998 - 2009Ganzhorn-Burkhardt, Renate bis zu ihrer Zurruhesetzung nach Heilbronn1993 - 1997Marx, Wolfgang bis zu seiner Berufung nach Wittlingen bei Urach (1.Aug.1997)1990 - 1993Jahn, Siegfried bis zu seiner Berufung nach Künzelsau 1978 - 1989Schneider, Kurt bis zu seiner Berufung nach Eschenbach, Kreis Göppingen1975 - 1977Keinert, Peter bis zu seiner Versetzung nach Lendsiedel, bei Kirchberg/Jagst (Teilverluste des Archivs); Entfernung aus dem Amt eines Pfarrers!1968 - 1974Stambke, Hans-Joachim bis zu seiner Berufung als Pfarrer nach Hemmingen1963 - 1967Baumann, Kurt bis zu seiner Berufung nach Weikersheim1956 - 1962Ranz, Paul bis zu seiner Berufung als Pfarrer nach Oppenweiler1951 - 1956Wagemann, Peter bis zu seiner Berufung nach Magstadt1935 - 1950Maier, Alfred bis zu seiner Berufung als Pfarrer nach Neckarweihingen1905 - 1935Barnikel, Richard bis zu seiner Zurruhesetzung nach Fellbach Nach Verkauf des Schloßgutes an die Gemeinde Waldmannshofen durch Übereinkunft mit dem Königlichen Konsistorium von der Gemeinde Waldmannshofen ernannt:1894 - 1905Schlenker, KarlHatzfeldt Patronat:1885 - 1894Haller, Dr. Wilhelm bis zu seiner Berufung als Stadtpfarrer nach Ludwigsburg1840 - 1885Dorsch, Andreas Friedrich bis zu seinem Tode1815 - 1817?Dorsch, Philipp Christian (Adjunkt 1815 - 1817)1805 - 1817Vock, Karl Christian bis zu seinem Tode1789 - 1805Cranz (Kranz), Johann Kaspar bis zu seiner Permutation mit dem Wachbacher Pfarrer1788 - 1789Fenk, Johann Albrecht Friedrich (Adjunkt und Pfarrverweser)1766 - 1788Ebert, Karl Johann Friedrich bis zu seinem Tode1765 - 1766Steinhäuser, Johann Konrad (Adjunkt) bis zu seiner Versetzung nach Unterschüpf und Epplingen17xx - 1754Wirsing, Johann Kilian (Adjunkt)1733 - 1765Schaudig, Christoph Christian bis zu seinem Tode1719 - 1732Grieninger, Lorenz Michael bis zu seiner Berufung als Stadtpfarrer nach Prichsenstadt1709 - 1719Cranz, Johann Michael bis zu seinem Tode1709Stellwag, Georg Leonhard (Adjunkt) bis zu seiner Versetzung nach Gülchsheim170xVogel, Johann Kaspar (Adjunkt) bis zu seiner Versetzung nach Uffenheim als Spitalpfarrer1685 - 1709Rosenbach, Johann Georg bis zu seinem Tode1684Hartung, Johann Salomo ernannt, (“nicht aufgezogen”)1672 - 1684Pfeiffer, Johann Friedrich bis zu seinem Tode1663 - 1671Kauffmann, Philipp bis zu seinem Tode1650 - 1653Pfister(er), Johann Georg bis zu seinem Abzug ("Migration") in SchüpfVon Ansbach berufen:1648 - 1650Engelhard, Georg bis zu seiner Abberufung (”kann aber gegen den Patron nicht gehalten werden”)Rosenberg Patronat:1633 - 1648 Ziegelmüller, Jakob bis zu seinem Tode1617 - 1632Cranz, Johann bis zu seiner Berufung als Stadtpfarrer nach Marktbreit1610 - 1616Sigwart, M. Johann David bis zu seiner Versetzung nach Lipprichhausen und Pfahlenheim1576 - 1610Rüger, Egidius bis zu seinem Tode1568 - 1576Suffan, Oswald (Suffanius oder Hofmann) bis zu seinem TodeUnter den Bischöfen von Würzburg: (1554)- 1568Krafft, Balthasar1525 -(1554) Versell, Wilhelm bis zu seinem Tode15 .. - 1525Süß, Friedrich; nach dem Ende der Revolution von 1525 am 14./24. April 1528 in Würzburg hingerichtet? - 1512Eckert, Friedrich 1409 Hertlein, Conrad Gründungs-Mitglied (1429) der Priester-Bruderschaft zu AubPfarrerPfarrhaus, 19991983etwa 1860nach 1700Waldmannshofens erster evangelischer Pfarreraus: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 1988: Gunther Franz: Die Reformation im Tauberland.“Waldmannshofen besaßen die Freiherren von Rosenberg ... . Hier war Friedrich Süß (genannt Pretscher oder Ambrosius) bis1524/1525 verheirateter evangelischer Pfarrer. Ursprünglich war er Augustinereremit in Würzburg gewesen. Süß nahm 1525 am Bauernkrieg teil, überlebte, kehrte aber nicht nach Waldmannshofen zurück, sondern wurde Pfarrer imritterschaftlichen Ort Markt Nordheim. Als Anhänger der radikalen Gruppe der Täufer wurde er 1528 vom Bischof von Würzburggefangen genommen und in Würzburg auf dem Scheiterhaufen verbrannt.”Über das Wirken von Pfarrer Friedrich Süß in Waldmannshofen ist nichts überliefert. Als Prediger im Bauernkrieg treffen wir ihn inmehreren Büchern an.aus: Lorenz Fries: Chronik der Bischöfe von Würzburg aus: Hartmann: Die evangelischen Kirchenstellen WürttembergsWaldmannshofenMarktflecken III. Ordnung, am äußersten nördlichen Ende Württembergs gelegen, links und rechts von bairischen Ortschaften undMarkungen begrenzt, hat hinreichend Wasser, fast jedes Haus eigenen Brunnen, Hauptnahrungszweig der 355 Einwohner (18 Katholiken,13 Israeliten nach Archshofen gehörend, sich aber nach Aub haltend) Feldbau und Viehzucht. Vom Dekanatamt 4, Oberamt 6, Cameralamt 2 Stunden, Gräflich Hatzfeld'sches Rentamt im Ort. Nächster Arzt und Apotheke in dem 1/2 Stunden entfernten bairischen Städtchen Aub. Nächstes evangelisches Pfarrdorf Reinsbronn 1starke Stunde, kaum fahrbarer Weg, Freudenbach 1 1/2 Stunden, guter Weg.Kirche (Onus Fabricae (Kirchenbaulast) Patron zu 2/3, Gemeinde mit 1/3; an dem Teil der Gemeinde hat das Filial wieder 1/3 zu tragen). 1804-1805 bis auf den Thurm neu erbaut, liegt in der Mitte des Dorfes, ist sehr hell, geräumig genug. Der Umstand, daß die Orgel geradeüber der Kanzel ist und gleichsam das Schallbrett für sie bildet, läßt die Stimme des Predigers sich nicht gehörig in der Kirche verbreiten.Sakristei unheizbar, gesund, trocken, nicht zu ebener Erde sondern der Kanzel zugleich. Der Weg zu dem abgesonderten Kirchenplatzdes Rentbeamten und seiner Familie führt durch sie. Orgel ziemlich gut.Pfarrhaus (Onus Fabricae wie bei der Kirche) mitten im Ort, ganz nahe bei der Kirche und dem Schulhaus, 1842 neu erbaut; hat 5heizbare, 1 unheizbares Zimmer und Gesindestube (der Symetrie ist viel an Wohnlichkeit geopfert), Waschkeller und 1 geräumiger Keller; Kammer ist keine vorhanden und wird sehr vermißt; Bühne für Selbstverwaltung des Pfarrguts zu beschränkt; Scheune sehr geräumig;Viehstallung darin; Brunnen im Hof; zwischen Haus und Scheune 10 Ruthen Gärtchen, hinter der Scheune 15 Ruthen Grasgarten;deßgleichen vor dem Thor 23 Ruthen Garten und 31 Ruthen Kräutergarten.Besoldung (revidiert 1840): 1) Geld 233 fl. 55 kr.2) zusammen Fixe Naturalien 123 fl. 55 kr.3) 2 Ruthen Garten, 1/4 Morgen Krautarten, 1/4 Morgen Baum- und Grasgarten, 2 1/2 Morgen Wiesen, 15 1/2 Morgen Acker, zusammen Gütergenuß 350 fl.4) Rechte und Gerechtigkeiten 6 fl. (im Streit)5) Emolumente a) aus örtlichen Kassen 3 fl. 53 3/4 kr. b) Stolgebühren 53 fl. 2 kr.Summa: 770 fl 46 kr Ab 25 fl. Bleibt 745 fl 46 kr.1 Schulmeister, Schulhaus mit beschränkter Lehrerswohnung und zu kleinem Lehrerzimmer. Schülerzahl: 54.Aus der Pfarrbeschreibung von Richard BarnikelWaldmannshofen 1. Oktober 1913"Die Kirche von Waldmannshofen ist in den ältesten Zeiten eine Kapelle gewesen und heute noch zeugt der Name "kappelswiesen", amSüdausgang des Ortes an der Strasse nach Sechselbach gelegen, davon. Wann und von wem diese Kapelle gebaut worden ist, davonsind keine Nachrichten vorhanden; denn die nach Lipprichhausen eingepfarrte Kapelle wurde schon 1327 von ihrer Mutterkirche getrenntund zu einer eigenen Parochie gemacht und ihr ein eigenes Begräbnis verliehen. Die Kapelle scheint verschiedene Wandlungendurchgemacht zu haben, bis die Kirche erstand, die vor der jetzigen sich hier befunden hat. Diese frühere Kirche sei, wie der Großvater des gegenwärtigen, jetzt 72 jährigen Schultheißen Leonhard Klein diesem erzählt hat, ganzähnlich wie die Kirche in Gülchsheim in Mittelfranken (die heute noch steht) gewesen. Darnach wäre diese alte hiesige Kirche trotz ihresstattlichen Turmes, im Vergleich mit der jetzigen, klein gewesen, sich vom Turm, in dem der Chor sich befand und der ein Ostturm ist,gegen Westen schmal erstreckend, an der nördlichen Langseite und der westlichen Breitseite je mit einer Empore versehen, während dieSüdseite frei war; trotzdem scheint sie ziemlich dunkel gewesen zu sein, besonders da der Schulmeister auch noch einen Traubenstock ander Kirchenwand emporgezogen hatte.Schon im Jahre 1750 klagt Pfarrer Schaudig in einem Schreiben an den Markgrafen, daß eine ihm auf seine Bitte zur Reperation der sehrdunklen und baufälligen Kirche von Uffenheim zugekommene Kollekte von den damaligen Gotteshausmeistern zur Erkaufung des Holzeszu den 1740 von Grund auf neugebauten Schulhause von Waldmannshofen, ohne ihn darum zu fragen angewendet worden sei und daßjetzt (1750) wieder in dem neuen Schulhaus zum Schaden des armen baufälligen Gotteshauses auf Anstiften des Schulmeisters undseines stolzen Weibes Gelder meist unnötig verbaut worden seien.Es scheinen nun in den folgenden 40 Jahren im Hinblick auf einen nötig werdenden Neubau der Kirche in den "ansbachischen Landen"wiederholt Kollektengelder zum hiesigen Kirchbau gesammelt worden zu sein, wie wir aus einem Bericht des Pfarrers Kranz 1795 an denDekan ersehen. Daraus geht hervor, daß der katholische Patronatsherr, der die Baulast für die Kirche hatte, nicht gerade für einenbaldigen Neubau war, wie auch wohl die Gemeindeglieder sich nicht sosehr dafür interessierten, sondern daß es hauptsächlich allein diePfarrer waren, die auf einen Neubau der baufälligen Kirche bedacht waren sowohl indem sie durch Kollektengelder, deren Genehmigungsie in den ansbachischen Landen anregten, für eine Grundlage zum Baukapital sorgten, als auch wie Pfarrer Kranz für die Anfertigungeines Bauplans und Voranschlags. Pfarrer Kranz hat nun 1799, wie er auch sonst wegen Neuerungen u.a. sich beschwerdeführend ans Dekanatamt und durch dieses an dienunmehr Kgl. preußische Regierung in Ansbach gewandt und dafür von dem Mandator des Reichsgrafen Hatzfeld, dem Criminal-Rat undJustiz Kommissar Schweigger sich einen Querulanten und Lügner nennen lassen mußte, durch das Dekanat Uffenheim bei der Kgl.Regierung in Ansbach Beschwerde geführt, daß von Seiten der Patronatsherrschaft in der Kirchenbausache nichts geschehe, wodurch ersich natürlich bei Hatzfeld immer weniger beliebt machte und weshalb dieser ihn auch in seinem Antwortschreiben einen ,, Don Quichotte"nennt mit Bezug auf die jährlich enormen Glaserrechnungen für die Kirche, "die auf die Vermutung führen, daß der Pfarrer bei seinen schon letzthin geschilderten blinden Bekehrungseifer in irgend einer Geistesexaltation oder Paroxismus die Fenster für Ketzer angesehenund auf Unkosten der Kirche mit denselben, so wie einst Don Quichotte mit den Windmühlen gefochten habe."Pfarrer Kranz ging diesem immer sich vergrößernden unleidlichen Verhältnissen mit der Patronatsherrschaft und deren hiesigen Beamten dadurch aus dem Wege, daß er 1805 mit Pfarrer Hock in Wachbach die Stelle tauschte.Aber wenn auch der Graf Hatzfeld glaubte den Pfarrer lächerlich zu machen, so hat dessen Beschwerde bei der schneidigen Kgl. preußischen Regierung in Ansbach um so besser gewirkt, wie aus dem unter dem 1799 gegebene Antwortschreiben des Reichsgrafen Edmund von Hatzfeld-Wildenburg zu Weissweiler zu ersehen ist.”Darin beschrieb er, daß er die aus der 1793 veranstalteten Kollekte stammenden Kirchengelder verzinslich angelegt und vermehrt habe. Er "habe bereits die hiesige Kirche von einem Werkverständigen besichtigen und einen Überschlag über den notwendigen Kostenaufwand verfertigen lassen, den ich hier zur allerhöchsten Einsicht beilege und wonach sich derselbe auf 1614 fl. 54x. belauft. Ich würde auch mit dem Bau selbst bereits den Anfang haben machen lassen, wenn nicht, da der größte Theil der Kosten aus dem Kirchenvermögen genommen werden muß, vorher nach Vorschrift .. Allerhöchst ders. Einwilligung nötig wäre und in dieser Hinsicht wage ich es E. M. alleruntst. die Mittel darzulegen, wie obige 1614 fl. 55 x. erhoben werden können und zugleich um die Allerhöchste Bewilligung, solche so erheben zu dürfen alleruntst. nachzusuchen.”Danach führt er die Finanzierung auf: die Collecten-Gelder, ein auf einer Bank liegendes Capital und "der Rest von müßte dann nach Vorschrift zu einem 1/3 von den Eingepfarrten und der Gastgemeinde Sechselbach, dann zu 2/3 von mir als Patron getragen werden.Auf dieses hin wurde von der Kgl. Regierung die Genehmigung zur Aufkündigung des Kirchenkapitals und zum Beginn des Kirchenbaus im nächsten Frühjahr gegeben. Aber es dauerte noch 4 Jahre, bis der Anfang gemacht wurde und von 1804 bis 1806 wurde dann die neue Kirche erbaut und hiezu aber von der Herrschaft alle Stiftungen verwendet, wie auch der Erlös für den Zinnsarg von dem letzten Rosenberger in der Gruft, den der Graf aus der Gruft herausnehmen ließ.Von dem 1/3 der zum Kirchbau noch fehlenden Kosten waren die Waldmannshöfer gar nicht erbaut und zeigten sich darin sehr widerspenstig und gleich nach dem Kirchbau giengen die Streitereien wegen der Kirchenstühle los, die scheints auf Veranlassung der Kgl. Regierung verlost worden waren.aus: Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken. Band 8Seit dem Monate April 1632 war an der Kirche des reichen Spitals zu Aub neben dem bisherigen katholischen Pfarrer auch einprotestantischer Prediger angestellt und diese Stelle dem zu Waldmannshofen wohnenden freiherrlich von rosenbergischen Pfarrer M.Johann Crantz übertragen. Derselbe hatte mit Sonntags- und Mittwochspredigten, auch anderen seelsorgerlichen Verrichtungen nicht ohne große Mühe und “saureGesänge” sein Amt versehen, als er zu Ende des erwähnten Jahres von dem Freiherrn Christian von Seinsheim, der ihn bereits dritthalbJahre vorher als Diakonus an die Kirche zu Marktbreit vergeblich berufen, zum zweiten Mal den Ruf dahin erhalten und jetzt angenommenhatte. Durch den Verlust desselben geriet der von crailsheimische protestantische Theil der Bürgerschaft zu Aub, welche zu besserer Bestellungseines Religionsexercitiums auf eigene beschwerliche Kosten einen Schulmeister besoldete, in einige Verlegenheit. Sie machten daher am6. Dezember der k. Regierung den Vorschlag, die Pfründe des spitälischen “Meßpriesters” dem künftigen protestantischen Spitalpredigerzuzuwenden, jenem aber dem katholischen Stadtpfarrer als Kaplan beizuordnen. Dadurch sollte erzielt werden, daß der neue Predigerseinen Wohnsitz in Aub nehme. Allein die k. Regierung ging darauf nicht ein, sondern forderte den Diakonus Crantz mündlich auf, ihr als seinen Nachfolger imPredigeramte zu Aub ein taugliches Individuum vorzuschlagen. Als solchen benannte er sofort am 10. Dez. den M. Samuel Ehingerus, welchem nachdem er viele Jahre in brandenburgischenKirchendiensten gestanden, im vergangen Frühjahre von der k. schwedischen Regierung zu Würzburg die stift-burkardinische Pfarrstellezu Lipprichhausen verliehen worden sey. Auf die erledigte Pfarrstelle dieses Ortes verdiente alsdann M. David Ehinger, ein Vetter des erwähnten M. Samuel, befördert zu werden.Mit diesen Vorschlägen verband Crantz die Bitte, daß die k. Regierung die Restitution der vom brandenburgischen Amte Creglingen demSpital zu Aub entzogenen Lehensgefälle zu Martinsheim bewirken, und dadurch den Unterhalt des künftigen protestantischen Spitalvikarssichern möchte.1327Geschichten aus der KircheIn der Zeit des Dreißigjährigen (Religions-)KriegesZum Bau der Neuen KircheDie Kirchenstelle Waldmannshofen 1840