Fränkische Nachrichten, 10. März 2007 Daniela Pfeuffer Einwohnerzahl nicht einmal mehr auf dem Stand von 1804 1200 Jahre Waldmannshofen (Schluss): Das Dorf erhofft sich eine Attraktivitätssteigerung / Überdurchschnittlich viele Kunsthandwerker im Ort Waldmannshofen. Der letzte Artikel der vierteiligen Serie über das Jubiläumsdorf Waldmannshofen, das im Jahre 2007 zusammen mit Archshofen und Freudenbach vor 1200 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde, befasst sich mit dem Vereinswesen und weiteren interessanten Details über das 250-Seelen-Dorf im Ochsenfurter Gau. Wer wusste beispielsweise schon, dass Waldmannshofen 2007 gleich drei Jubiläen feiert? Waldmannshofen liegt zirka neun Kilometer von Creglingen entfernt im nordöstlichsten Zipfel Baden-Württembergs, umgrenzt vom heutigen Freistaat Bayern. Das attraktivste und bedeutendste Gebäude ist heute sicherlich das Renaissance-Schloss. Seit 1967 befindet sich hierin das älteste Feuerwehrmuseum Baden-Württembergs, eines der größten seiner Art in ganz Deutschland. Darüber hinaus verfügt Waldmannshofen über ein Dorfgemeinschaftshaus, das sich in der ehemaligen Schule am Ortsausgang Richtung Sechselbach befindet und über eine repräsentative Kirche, die ebenfalls 1200 Jahre alt wird. Waldmannshofen ist in der glückliche Lage, noch eine Pfarrstelle am Ort zu haben. Die Gemarkungsfläche beträgt 6,34 Quadratkilometer und wird aufgrund der besonderen Bodengüte überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Das Dorf liegt 326 Meter über NormalNull. Nur selten ist man heute so gut über die Entwicklung der Einwohnerzahlen informiert wie im Fall von Waldmannshofen: 1804: waren es 267 Menschen, 1880 329, 1905: 331, 1939 319 und 1951: 471. 1960 war die Einwohnerzahl dann schon wieder gesunken, und zwar auf 370. Danach ging es dann nur noch bergab: 1966: 318; 1967: 300 und 1999: 248 Einwohner. Abwanderung zu stoppen? In der Nachkriegszeit waren in Waldmannshofen viele Flüchtlinge ansässig, die allerdings sehr bald abwanderten, um entweder in die Städte zum Wiederaufbau zurückzukehren, beziehungsweise zugunsten eines Arbeitsplatzes in die städtischen Räume zogen. Die Zahlen zeigen deutlich, dass die momentane Einwohnerzahl nicht einmal mehr dem Niveau von 1804 entspricht. Bleibt zu hoffen, dass im Zuge der bevorstehenden Kanalisierungsarbeiten aufgrund des Anschlusses an die Kläranlage Steinachtal und einer anschließenden Wohnumfeldmaßnahme die Voraussetzungen zur Schaffung eines attraktiven Dorfes gegeben sind, damit sich wieder  vermehrt junge Familien ansiedeln, beziehungsweise der Abwanderung der Jugend Einhalt geboten werden kann. Das Wappen, mit dem sich Waldmannshofen im Reigen der zwölf Gemeinden schmückt, die sich 1972 zur Stadt Creglingen vereinigt haben, hat eine lange Geschichte. Noch 1965 behauptete der Landkreis in Mergentheim: „Waldmannshofen hat kein eigenes Wappen“. Das damals geführte Siegelbild war also nicht rechtsgültig. Das Siegelbild zeigte drei Bäume auf dem Feld, es stand darüber „Gemeinde Waldmannshofen - Kr. Mergentheim“. Das heutige Wappen ist eine Kopie des Zentral-Schildes aus dem Wappen einer der Hatzfeldfamilien - Schlossbesitzer bis 1886 - und zeigt ein Doppelwolfseisen. Seit frühen Zeiten ist dieses Werkzeug zum Jagen von Wölfen, auch ein  Symbol für „das Böse fernhalten“ und seit dem 14. Jahrhundert ist es ein häufig verwendetes Zeichen auf Grenzsteinen und in Wappenschilden. Gesangverein am ältesten Auch in Waldmannshofen sind, wie in Archshofen und, wie in den nächsten Ausgaben der Fränkischen Nachrichten noch zu erläutern sein wird, in Freudenbach die ältesten Vereine der jeweils örtliche Männergesangsverein und die Feuerwehr. Der erste Verein Waldmannshofens datiert aus dem Jahre 1858, als der Sängerkranz am 1. Juni gegründet wurde. Leider ist ein Protokollbuch über das Vereinsgeschehen erst ab 1919 vorhanden. Nach dem 1. Weltkrieg haben sich am 10. Mai 1919 wieder Männer zusammengefunden, um den Gesangverein erneut aufleben zu lassen. Am 16. Juli 1933 wurde das 75-jährige Vereinsbestehen mit Fahnenweihe unter Beteiligung von 17 Gesangsvereinen gefeiert. Letztmals vor dem Krieg findet sich ein Eintrag im Protokoll am 19. Februar 1938, dann erst wieder am 7. Dezember 1947. Im Herbst 1946 wurde unter dem damaligen Lehrer Lothar Klemm beschlossen, den Sängerkranz wieder aufleben zu lassen. Im Laufe des Jahres 1947 wuchs der Chor auf fast 40 aktive Mitglieder. Das letzte große Fest fand im Jahre 1983 mit dem 125-Jahr- Jubiläum statt. Die Feuerwehr Waldmannshofen ist eine Abteilung der Stadt Creglingen. Waldmannshofen ist einer der wenigen Creglinger Teilorte, deren Sirene direkt von der Leitstelle in Bad Mergentheim ausgelöst werden kann. Bei den meisten anderen Teilorten ist das Drücken der Sirene vor Ort notwendig. Grund für diese Besonderheit Waldmannshofens ist das im Schloss beherbergte Feuerwehrmuseum, dessen zahlreiche Raritäten einen besonderen Brandschutz benötigen. Das ehemalige Freibad dient noch heute als Feuersee für das benachbarte Schloss. Kirche hat auch Jubiläum Was den Männern die Feuerwehr und vor allem der Sängerkranz, das ist den Frauen der Landfrauenverein, der in Waldmannshofen zahlreiche Aktivitäten auf die Beine stellt. Der Jugendclub im Keller des ehemaligen Schulhauses bietet Platz und Entfaltungsmöglichkeiten für die Jugend des Ortes. Die Tradition der Kirchweih wird durch eine regelmäßige Festlichkeit aufrechterhalten, ebenso findet traditionell an Ostern eine Fete für die Jugend der Nachbarorte statt. Die Privatinitiative „Partyproject“ arrangierte schon mehrfach größere Jugendtanzveranstaltungen in einem privaten Gebäude und sorgte so, bis weit über Würzburg hinaus, für einen steigenden Bekanntheitsgrad Waldmannshofens. Bemerkenswert ist, dass in dem kleinen Dorf an der bayerischen Grenze überdurchschnittlich viele Kunsthandwerker, Künstler und Selbstvermarkter, sowie einige weitere selbständige Unternehmer vorzufinden sind. Die Kumulation dieser Handwerker und viel Engagement der Einwohner trugen dazu bei, dass in Waldmannshofen schon mehrfach das „Waldmannshöfefest“ ausgetragen werden konnte. Schließlich trägt auch die Johanniskirche, die im Jahre 2007 obendrein Jubiläum feiert, sie wird sage und schreibe ebenfalls 1200 Jahre alt, zu einem aktiven, lebendigen Gemeindeleben bei. Mittelaltermarkt Da bekanntlich aller guten Dinge drei sind, gesellt sich in Waldmannshofen noch ein drittes Jubiläum zum 1200-Jahr-Jubiläum von urkundlicher Ersterwähnung und Kirche: Das Feuerwehrmuseum wurde vor genau 40 Jahren eingeweiht. Das Museum öffnet täglich von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, sowie nach telefonischer Voranmeldung. Selbstverständlich sind auch Führungen durch das Museum nach Voranmeldung möglich. Auch am Festwochenende vom 6. bis 8. Juli öffnet das Museum und beteiligt sich durch eine historische Löschübung an den Jubiläumsfeierlichkeiten. Waldmannshofen freut sich auf zahlreiche Besucher zum Jubiläumswochenende Anfang Juli. Neben einem Jugendtanz am Freitagabend findet am Samstag und Sonntag ein großer Mittelaltermarkt statt. Ein weiteres Highlight wartet am Sonntagabend: mit einem großen Brillantfeuerwerk huldigen die Einwohner „ihrem“ Waldmannshofen. Das detaillierte Festprogramm ist der Homepage der Ortschaft unter www.waldmannshofen.de zu entnehmen. Lesen Sie in der Fortsetzung der Serie über die drei Creglinger Jubiläumsteilorte den ersten Teil der Berichterstattung zur Ortschaft Freudenbach. Dieser Artikel zur Geschichte Freudenbachs im Mittelalter und der frühen Neuzeit erscheint Ende der kommenden Woche.